ARC-Club – Homeoffice in der Nachbarschaft

Der ARC-Club ist ein Londoner Kooperationsraum für Menschen, die dem Homeoffice von zu Hause entfliehen wollen. Die Architektin Caro Lundin hat ihn entworfen und möchte in den nächsten Jahren noch weitere eröffnen.

Weniger ist mehr

Architektin Caro Lundin verfolgte einen „Weniger-ist-mehr-Ansatz“ für die Schaffung des ARC Clubs. Dies ist ein unkomplizierter Arbeitsraum im Osten Londons für diejenigen, die während der Coronavirus-Pandemie im Homeoffice arbeiten müssen. Es dauerte nur sechs Wochen, bis Lundin und ihr selbstbetiteltes Studio den ARC Club fertig gestellt hatten. Vorher wurde der Raum in der Nachbarschaft von Homerton, für eine charakterlose Einzelhandelseinheit genutzt. Während der Corona Pandemie mussten immer mehr Leute von zu Hause aus arbeiten. Dort fehlt aber oft der Platz, sodass die Arbeit nicht effizient ausgeführt werden kann. Dieses Problem soll der Raum lösen.

Kostengünstige Mitgliedschaft

Die wunderschönen Innenräume wurden mit einer Auswahl an kostengünstigen und langlebigen Materialien geschmückt, die Lundin als Spiegel eines Klimas empfand, in welchem Zusammenarbeit „notwendig und nicht schön zu haben“ ist. Die Gestaltung eines bescheideneren Raumes bedeutet auch, dass die Mitgliedschaft für diejenigen, die im ARC-Club arbeiten wollen, billiger sei, so die Architektin. „Komplizierte Details und Indoor-Gärten machen Spaß, aber sie haben einen großen Preis. Außerdem sind sie viel schwieriger sauber zu halten“, sagte Lundin, die gemeinsam mit Hannah Philp den ARC Club gegründet hat.

Was braucht man zum Arbeiten?

„Als ich den ARC Club entwarf, fragte ich mich, ’Was brauchen die Leute zum Arbeiten?‘ Ein bequemer Sitz, natürliches Licht, durchdachte Akustik; der physische und emotionale Raum, in dem man denken kann“, sagte sie zu Dezeen. „Funktional muss nicht langweilig sein. Es ist ein neutraler Raum, der es den Menschen, die ihn besuchen, ermöglicht, ihr bestes professionelles Ich zu sein.“

Schallisolierte Räume

Im Zentrum des ARC Clubs, der knapp über 232 Quadratmeter misst, befinden sich zwei kastenförmige, schallisolierte Hülsen aus Birkensperrholz. Im Inneren beherbergen sie eine handvoll privater Tagungsräume, Abstellschränke, Drucker und eine Küchenzeile mit Silber-Metall-Schrank. Lundin entschied sich, diese Dienste in einem Pod-Style-System unterzubringen, so dass es nach oben oder unten skaliert werden kann, wenn unterschiedlich große ARC-Club-Filialen öffnen sollten.

Farben zur Aufhellung des Raumes

Die Pods sind von verschiedenen Arbeitsbereichen umgeben. Einige der Einrichtungsgegenstände, wie die Birken-Lagen-Tische mit den gewölbten Beinen, wurden von Lundins Studio gemacht, während einige der Stühle aus zweiter Hand bezogen wurden. Zur Aufhellung des Raumes wurden verschiedene Farben verwendet. Schwere orange Vorhänge wurden als Raumteiler verwendet, blaue kegelförmige Pendelleuchten wurden von der Decke aufgehängt und gelbe Bänder wurden auf die Betonbausäulen gemalt.

Gelbe Fliesen verkleiden auch die Oberflächen in den Badezimmern.

Weitere Zweigstellen in der Zukunft

Die Eröffnung weiterer Zweigstellen der Arbeitsräume des ARC-Clubs ist für 2021 geplant. Wie der Standort Homerton werden sie leerstehende Geschäftseinheiten in beliebten Wohngegenden besetzen, damit die Mitglieder das tun können, was Lundin mit dem Spitznamen „WNH“ (Work near home) bezeichnet hat. In der Nähe ihres Zuhauses arbeiten.

Volle Funktionalität und weniger Aufwand

„Ein Arbeitsplatz in der Nachbarschaft wie der ARC-Club ermöglicht es den Menschen, das Beste, was das Büro zu bieten hat – volle Funktionalität, Trennung von Arbeit und Privatleben und menschliche Interaktion – zu behalten, ohne in einen Bus oder Zug steigen zu müssen“, erklärte Lundin. „Im Wesentlichen handelt es sich um eine zugängliche, flexible Option für eine neue Art von Fernarbeitern, die sich daran gewöhnt haben, ihre Arbeit um ihren Tag herum zu planen und nicht umgekehrt“.

Umdenken aufgrund von Corona

Die globale Coronavirus-Krise hat viele dazu gezwungen, die Ämter und die Art und Weise, wie wir arbeiten, zu überdenken. Viele Unternehmen haben in der Zeit komplett auf Homeoffice umgestellt. Der Innenarchitekt Sevil Peach prognostiziert, dass Unternehmen nach einer Pandemie die Arbeit in den Firmengebäuden einstellen und stattdessen zentrale „Hubs“ einrichten werden, in denen sich nur ein kleines Prozent der Mitarbeiter versammeln. Das Architekturbüro Weston Williamson + Partners veröffentlichte auch eine Reihe von Grafiken, die veranschaulichen, wie Unternehmen sozial-distanzierte Büros schaffen können. Zu den Tipps gehören berührungsfreie Türen und die Beschäftigung eines Kochs, damit die Mitarbeiter keine gemeinsame Küche benutzen müssen.

Foto: Andrew Meredith

Weitere Inspirationen findest du bei Dezeen.

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2020-10-20T12:35:00+02:00